Alles rund um Stamping

Was ist Stamping? Welches Ergebnis erreiche ich mit dieser Technik? Wie erziele ich die schönsten und präzisesten Ergebnisse? Welcher Kosten- und Zeitaufwand ist damit verbunden? All‘ das und vieles mehr möchte ich erläutern. IMG_0073

Zunächst: Was ist Stamping?
Beim Stamping werden Nageldesigns auf den Nagel gestempelt, wodurch der Nagel wie bedruckt aussehen kann. Ich persönlich habe nicht den Anspruch, dass meine Nägel perfekt aussehen müssen. Doch ich spiele gerne mit Farben und verschiedenen Designs und dafür finde ich Stamping sehr gut geeignet.

Begriffsklärung:

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Das ist eine Stempelplatte

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Das Ding zwischen meinen Fingern ist der Stempel.

Das ganze funktioniert so:
Wir nehmen ein Wattepad, auf das wir Nagellack-Entferner geben. Mit diesem Wattepad streichen wir über die Stamping-Platte und den Stempel. Das hat den Zweck, dass keine fettigen Rückstände oder Schmutz auf unserer Paltte verbleiben und das Ergebnis beeinflussen. Anschließend warten wir kurz bis der Nagellack-Entferner von der Platte verdampft ist. Nun geben wir einen Tropfen unseres Nagellacks auf die Platte und verteilen diesen gegebenenfalls mit dem Pinsel. Nun muss schnell gearbeitet werden. Im  45°-Winkel wird der Schaber über die Stelle des Designs gezogen, um den Lack gleichmäßig in dem Muster zu verteilen und den Überstand abzuziehen.
Anschließend wird der Stempel mit Druck über die Stelle mit unserem Design gerollt. Genau einmal, nicht mehrfach, nicht vor und zurück. Das Design befindet sich nun auf dem Stempel. Kurze Kontrolle, ob der Transfer von der Platte auf den Stempel gelungen ist- weiter geht’s. Als letzten Schritt wird wieder mit Druck und wieder in einer Bewegung das Design über einen Nagel gerollt. Evtl. versiegeln mit Überlack, fertig! Vor dem nächsten Nagel wieder die Platte, Schaber und den Stempel mit Nagellackentferner säubern.

Welches Ergebnis kann ich erzielen?
Mit Stamping ist der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Von einem einfachenen Blümchen auf dem Ringfinger bis zu den ausgefallensten Designs ist alles mit ein bisschen Übung möglich. Hier können auch verschiedene Farben übereinander gestempelt werden. Am Ende des Beitrags seht ihr noch mehr Bilder.

Wie erreiche ich das bestmögliche Ergebnis?
Natürlich möchte ich, dass sich Zeit und Geld auch lohnen und ich scharfe Kanten habe. Außerdem möchte ich ein möglichst deckendes Ergebnis. Hier ein paar Tipps:

  • Jedes Mal warten, bis der Nagellack-Entferner verdampft ist, damit das Lösungsmittel nicht die Deckkraft des Lackes beeinträchtigt.
  • Zum Stempeln eignen sich alle Lacke, die nicht zu schnell trocknen und eine hohe Deckkraft haben. Viel Freude bringen Lacke, die schon in einer Schicht den Nagel abdecken. Lacke, die 3 Schichten brauchen, eignen sich erfahrungsgemäß nicht, da das Stamping-Ergebnis nicht gleichmäßig und kaum sichtbar ist. Es gibt auch extra Stamping-Lacke.
  • Der Nagellack bzw. die Nägel müssen(!) komplett getrocknet sein, bevor gestempelt wird. Deswegen lackiere ich mir meine Nägel oft am Abend zuvor. Falls der untere Lack nicht komplett getrocknet ist, verrutscht der Lack durch den Druck beim Stempeln gerne mal.
  • Platte nicht gleich Platte. Es gibt definitiv einen qualitativen Unterschied zwischen verschiedenen Stamping-Platten. Es kann nämlich sein, dass die Details des Designs nicht ausreichend groß vertieft sind und so verloren gehen. Und genau das ist ja das Schöne am Stempeln.
  • Schaber sollten nicht aus Metall bestehen, da diese Schaber die Platten zerkratzen können. In den Kratzern sammelt sich der Nagellack und wir stempeln uns mit der Zeit die Kratzer gleich mit auf den Nagel. Ich nehme einfach eine alte Kundenkarte, viele Anbieter verkaufen jedoch auch Schaber aus Plastik.
  • Für alle Nagel-Liebhaber mit besonders viel Muse: Es lassen sich durch diese Technik auch eigene Nagelfolien gestalten. Dazu werde ich jedoch mal einen eigenen Post schreiben.
  • Bevor mit dem Stempeln angefangen wird, sollte geprüft werden, ob ausreichend Wattepads im Haus sind, ebenso wie Nagellack-Entferner. Ich brauche schon mal 10 Pads für eine Farbe auf 10 Fingern.
  • Wenn ein Nagel mal nicht so schön wird, könnt ihr vorsichtig mit einem Wattepad versuchen nur das Design und die oberste Schicht Nagellack zu entfernen. Dann spart ihr euch die Arbeit, den Nagel komplett neu zu lackieren und es reicht aus eine Schicht zu lackieren oder vielleicht kann direkt neu gestempelt werden.
  • Wenn ihr euer Design auf den Nagel versiegen wollt- Vorsicht! Zu viel Überlack, zu viele Striche beim Lackieren, ein noch nicht getrocknetes Design-All das sind Faktoren, die dazu führen können, dass euer Design verschmiert. Ich warte deswegen meist bis ich mit allen Nägeln fertig bin, bevor ich den Überlack auftrage.
  • Wie jedes Design halten auch diese länger, wenn ihr jeden Tag eine dünne Schicht eines dünnen Topcoats auftragt.
  • Als letztes Ratschlag: Legt euch ein Zewa unter, versucht nicht zu stempeln, wenn eure Hand auf eurer neuen Hose liegt und passt auf, wo ihr den Schaber hinlegt.

Mit welchen Kosten und welchem Zeitaufwand kann ich rechnen?
Die Platten sind eine einmalige Anschaffung, ebenso wie der Stempel und Schaber. Für ein qualitativ hochwertiges „Starterpack“ würde ich mit 15€ rechnen. Erfahrungsgemäß sind die Platten von Essence leider nicht sonderlich gut. Prinzipiell bin ich dafür, dass man am Anfang eine günstige Alternative austestet, doch das Stempeln ohne ein schönes Ergebnis macht einfach keinen Spaß und ist nur frustrierend. Allerdings weiß ich nicht, ob Essence seine Platten überarbeitet hat. Ich persönlich mag die Platten von MoYou sehr gerne. Konad soll ebenfalls sehr gute Platten produzieren.
Der Zeitaufwand hängt natürlich von Übung und Design ab. Ich habe letztens mal die Stoppuhr mitlaufen lassen und habe für alle Finger, mit einem großflächigen Design,
7 min gebraucht.

Als Abschluss habe ich noch ein paar Bilder von Designs, die ich in den letzten Jahren gemacht habe und Fotos von Stamping-Platten. Auf Instagram (reconsider_beauty) lade ich auch manchmal ein Foto von neuen Designs hoch. Falls ihr sie sehen wollt, schaut also vorbei.

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Ach was noch zu sagen ist: Das XL-Format von MoYou finde ich äußerst unpraktisch. Die genauen Maße der Platte sind auf der Seite zu finden. Ich finde es unpraktisch, weil viele Muster ihre Wirkung verlieren, wenn sie nicht den kompletten Nagel bedecken. Wenn ich lange Fingernägel habe, reichen mir die Maße quer immer noch, um meinen gesamten Nagel zu bedecken. Meine Empfehlung sind deswegen die Platten mit dem großflächigen Muster, da man beim Wunsch nach einem kleineren Design immer noch die unerwünschten Muster von Stempel mit Hilfe eines Wattestäbchens löschen kann und dennoch die Möglichkeit hat, den Nagel komplett in ein Design zu hüllen.

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